Bielefeld wuchs nach dem Zweiten Weltkrieg rasant zur Großstadt heran, was mit einer Verdichtung der Bebauung auf ehemaligen Ackerflächen und Gärten einherging. Der Untergrund im Stadtgebiet ist geprägt von Geschiebemergel der Saale-Eiszeit, der örtlich von Löss und Auelehm überlagert wird. Diese heterogenen Schichten erfordern eine sorgfältige bodenmechanische Untersuchung, bevor Fundamente, Keller oder Verkehrsflächen geplant werden. Unser Labor führt die erforderlichen Feld- und Laborversuche nach DIN 4020 durch, um Tragfähigkeit, Setzungsverhalten und Wasserverhältnisse zu ermitteln. Ergänzend zur Klassifikation des Bodens setzen wir CBR-Versuche ein, wenn Tragschichten für Straßen oder Parkplätze dimensioniert werden müssen.
Geschiebemergel und Löss wechseln sich in Bielefeld ab – ohne bodenmechanische Untersuchung riskiert man ungleiche Setzungen und Feuchteschäden am Bauwerk.
Methodik und Umfang
Mit rund 340.000 Einwohnern liegt Bielefeld am Nordrand des Teutoburger Waldes, wo die Höhenlage zwischen 90 und 320 Metern wechselt. Die Stadt gehört zur Erdbebenzone 0 nach DIN 4149, dennoch können lokale Mulden und wasserführende Schichten zu Sackungen führen. Die bodenmechanische Untersuchung in Bielefeld umfasst daher stets die Bestimmung der Korngrößenverteilung, der Konsistenzgrenzen nach Atterberg und des Wassergehalts. Im Labor verdichten wir Proben mittels Proctorversuch zur Ermittlung der optimalen Verdichtung, während wir im Feld Rammkernsondierungen und Schürfgruben anlegen. Bei Projekten in Hanglage, etwa am Sparrenberg oder im Siekerfeld, bewerten wir zusätzlich die Böschungsstabilität – eine Maßnahme, die Hangrutschungen vorbeugt und die Standsicherheit langfristig gewährleistet.
Technisches Referenzbild — Bielefeld
Lokale Besonderheiten
Ein mobiles Rammkernsondiergerät vom Typ Pionjar fährt bei uns direkt auf die Baustelle in Bielefeld – es wiegt rund 25 Kilogramm und erreicht Tiefen bis sechs Meter. Mit diesem Gerät entnehmen wir gestörte Proben aus Geschiebemergel und Löss, die im Anschluss im Labor analysiert werden. Übersehen wir dünne Tonlinsen oder wasserführende Sandlinsen, kann das später zu unkontrollierten Setzungen führen. In der Innenstadt, wo Altlasten aus der Textilindustrie vorkommen, kommt hinzu, dass Schadstoffe die Tragfähigkeit zusätzlich beeinflussen. Deshalb kombinieren wir die bodenmechanische Untersuchung stets mit einer orientierenden chemischen Analyse, wenn die Vornutzung unklar ist.
Rammkernsondierungen, Schürfgruben und direkte Probeentnahme nach DIN 4020. Wir dokumentieren die Schichtenfolge lagerichtig und entnehmen gestörte und ungestörte Proben für das Labor.
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Laboruntersuchungen
Bestimmung von Korngrößenverteilung, Konsistenzgrenzen, Wassergehalt, Dichte und Scherfestigkeit. Alle Versuche erfolgen nach aktuellen DIN-Normen in unserem akkreditierten Prüflabor.
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Geotechnischer Bericht
Auswertung der Versuche, Klassifikation des Bodens nach DIN 18196, Angabe von Kennwerten für Tragfähigkeit und Setzung sowie Empfehlungen für Gründung und Baugrube.
Geltende Normen
DIN 4020 (Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke), DIN EN 1997-1:2014 (Eurocode 7 – Entwurf, Berechnung und Bemessung), DIN 18196 (Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke), DIN 4094 (Felduntersuchungen – Rammsondierungen)
Häufige Fragen
Warum ist eine bodenmechanische Untersuchung in Bielefeld notwendig?
Der Bielefelder Untergrund wechselt kleinräumig zwischen Geschiebemergel, Löss und Auelehm. Ohne Untersuchung riskiert man ungleiche Setzungen, Risse im Mauerwerk oder Feuchteschäden. Die DIN 4020 schreibt die Erkundung vor, sobald die Standsicherheit oder Gebrauchstauglichkeit eines Bauwerks vom Baugrund abhängt.
Welche Kosten sind für eine bodenmechanische Untersuchung in Bielefeld üblich?
Die Kosten für eine bodenmechanische Untersuchung in Bielefeld liegen je nach Umfang zwischen 2.690 und 4.420 Euro. Der Preis hängt von der Anzahl der Sondierpunkte, der Tiefe der Aufschlüsse und dem erforderlichen Laborumfang ab. Für ein Einfamilienhaus rechnen Sie mit etwa 3.200 Euro inklusive Bericht.
Wie lange dauert eine bodenmechanische Untersuchung?
Die Feldarbeiten (Sondierungen, Schürfgruben) sind meist innerhalb eines Tages abgeschlossen. Die Laborversuche benötigen je nach Probenanzahl und Versuchsart zwei bis vier Wochen. Der geotechnische Bericht wird innerhalb einer Woche nach Abschluss der Laborarbeiten erstellt.
Welche Normen gelten für die bodenmechanische Untersuchung in Deutschland?
Maßgeblich sind DIN 4020 (Geotechnische Untersuchungen), DIN EN 1997-1 (Eurocode 7) und DIN 18196 (Bodenklassifikation). Für spezielle Versuche kommen DIN 18123 (Siebung), DIN 18122 (Konsistenzgrenzen) und DIN 18127 (Proctorversuch) hinzu.
Erhalten wir eine verwertbare Aussage zur Tragfähigkeit des Bodens?
Ja, aus den Versuchsergebnissen leiten wir den Steifemodul, die Scherparameter und den Bettungsmodul ab. Damit können Statiker die Fundamentabmessungen berechnen und Setzungen prognostizieren. Für Bielefeld typische Werte liegen bei Geschiebemergel zwischen 5 und 15 MN/m² Steifemodul.