Bielefeld liegt auf rund 118 m ü. NHN im Übergang vom Teutoburger Wald zur Ravensberger Mulde. Die quartären Deckschichten bestehen hier oft aus Lösslehm und Geschiebemergel, die je nach Wassergehalt stark unterschiedliche Festigkeiten aufweisen. Für eine MSE-Wandbemessung (mechanisch stabilisierter Erdkörper) müssen wir genau diese kleinräumigen Bodenwechsel abbilden – vor allem, wenn die Wand Stützfunktion für Verkehrswege oder Bauwerkshinterfüllungen übernimmt. In unserer Praxis kombinieren wir dafür die Ergebnisse aus Schürfgruben mit der Klassifikation der Böden nach DIN 18196, um die Scherparameter jeder Schicht belastbar zu bestimmen.
Bei Lösslehmen in Bielefeld sackt der Reibungswinkel bei Wasserzutritt um bis zu 8 Grad ab – den Unterschied muss die MSE-Wandbemessung abfedern.
Methodik und Umfang
Ein typisches Beispiel: Im Süden Bielefelds, nahe Brackwede, stehen wir auf tertiären Tonen, während im Norden Richtung Jöllenbeck eher sandige Geschiebemergel anstehen. Unterschiedliche Reibungswinkel und Kohäsionen verlangen eine angepasste MSE-Wandbemessung.
Ermittlung der Bodenkennwerte aus Rahmenscherversuch und Triaxialversuch
Bemessung der Bewehrungslagen nach EBGEO (2010) unter Ansatz von Teilsicherheiten nach EC 7
Vor jeder Berechnung führen wir eine Dichtebestimmung mit dem Ausstechzylinder durch, um die Lagerungsdichte im eingebauten Zustand zu prüfen. Die Verträglichkeit zwischen Geogitter und Boden wird über Herausziehversuche kalibriert.
Technisches Referenzbild — Bielefeld
Lokale Besonderheiten
Die humiden Winter in Ostwestfalen sorgen dafür, dass der Grundwasserflurabstand in Bielefeld oft unter 2 m liegt. Steigt der Porenwasserdruck im Lösslehm, sinkt die effektive Spannung – und damit die Tragfähigkeit der Bewehrungslagen. Ein weiteres Risiko: Durchwurzelung und biogene Röhren im Oberboden können bevorzugte Sickerwege schaffen, die langfristig die Korrosion der Geogitter fördern. Deshalb legen wir bei der MSE-Wandbemessung in Bielefeld besonderen Wert auf die Dränage hinter der Wand und wählen Bewehrungsmaterialien der Klasse GRK 5 nach DIN EN 13249.
Schürfgruben bis 4 m Tiefe, Entnahme gestörter und ungestörter Proben, Laborversuche (Scherversuch, Korngrößenanalyse) und Klassifikation nach DIN 18196. Ergebnisse fließen direkt in die Bemessungsparameter ein.
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Bemessung und Bewehrungsplanung
Nachweis der inneren und äußeren Standsicherheit nach EBGEO inklusive Gleiten, Kippen und Grundbruch. Erstellung eines Bewehrungsplans mit Geogitter-Typ, Überlappungslängen und Einbaulagen.
Geltende Normen
EBGEO – Empfehlungen für den Entwurf und die Berechnung von Erdkörpern mit Bewehrungen (2010), DIN 1054: Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau, DIN EN 13249: Geotextilien und geotextilverwandte Produkte – geforderte Eigenschaften, Eurocode 7 (DIN EN 1997-1) mit nationalem Anhang
Häufige Fragen
Welche Bodenarten sind in Bielefeld für MSE-Wände kritisch?
Lösslehm und tonige Geschiebemergel reagieren empfindlich auf Wasserzutritt. Bei Durchnässung sinkt der Reibungswinkel, wodurch die Bewehrungslagen höhere Zugkräfte aufnehmen müssen. Wir prüfen das über Sättigungsversuche im Labor.
Wann ist eine MSE-Wand in Bielefeld einer Beton-Stützmauer vorzuziehen?
Bei weichen Böden oder beengten Platzverhältnissen an Böschungen ist die bewehrte Erde oft wirtschaftlicher. Die Setzungsempfindlichkeit ist geringer, und die Wand passt sich Verformungen besser an – vorausgesetzt, die Hinterfüllung wird lagenweise verdichtet.
Welche Prüfungen sind vor dem Einbau der Geogitter nötig?
Wir führen eine Plattendruckprüfung nach DIN 18134 auf der ersten Lage durch, um den Verformungsmodul Ev2 zu bestimmen. Liegt dieser unter 45 MN/m², muss nachverdichtet oder das Bodenmaterial ausgetauscht werden.
Was kostet eine MSE-Wandbemessung für ein Einfamilienhaus in Bielefeld?
Für eine Wandhöhe von 2 bis 3 m liegen die Kosten für Erkundung, Labor und Statik zwischen 1.300 € und 3.700 € – abhängig von der Anzahl der Bewehrungslagen und dem Umfang der Proben. Ein detailliertes Angebot erhalten Sie nach erster Ortsbesichtigung.